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Segeln – Segelsport

Beim Segeln wird das Segelschiff oder -boot unter Nutzung des Windes fortbewegt. Über viele hundert Jahre hatten Segelschiffe eine enorme Bedeutung für Handel, Transport, Krieg und natürlich Fischfang. Vor rund hundert Jahren begannen dann maschinengetriebene Schiffe, die Segelschiffe zu ersetzen.

Heute ist Segeln vor allem ein Freizeit- oder Wettkampfsport. Dabei gibt es höchst unterschiedliche Schiffskonstruktionen. Im Grunde kann man alle Schiffe (Boote) in zwei Kategorien einteilen: Die Verdränger sind meist größere und schwerere Schiffe und die Gleiter, die meist leichtere und darum auch schnellere Boote sind.

Grundlagen der Physik



Antrieb

Segelschulschiff Gorch Fock unter vollen Segeln in FahrtDer Winddruck auf das Segel sowie die Luftströmung um das Segel sind für den Antrieb verantwortlich. In der Regel überlagern sich beide Effekte, und je nach Kurs zur Windrichtung überwiegt einer der beiden Teile.

Winddruck

Wenn der Wind von hinten oder von schräg hinten auf das Segelboot trifft, passiert der Antrieb durch den Luftwiderstand, den die Segel der Luftströmung entgegensetzen. Für diese  Art des Vortriebes eignen sich besonders sogenannte Rahsegel. Neuere Schiffe mit Schratsegeln sind für diese Art des Antriebes nicht sehr gut geeignet, da es ihnen im oberen Bereich an Segelfläche fehlt.

Windströmung

Diese dreieckigen Segel ähneln den Tragflächen eines Flugzeuges. Der Bauch (Wölbung) des Segels verursacht komplizierte aerodynamische Strömungen rund um das Segel. Grundsätzlich erfolgt dadurch eine Ablenkung des Luftstromes, für den Kräfte erforderlich sind. Diese Kräfte werden für den Vortrieb und zum Teil in Abdrift nach Lee und in Krängung (Schräglage des Bootes) verwendet. Besondere Bedeutung hat dabei der sogenannte Anstellwinkel. Wenn dieser Winkel zu klein ist, beginn das Segel zu flattern und ist dieser zu groß, reißt die Luftströmung auf der Leeseite des Segels ab und der Auftrieb bricht zusammen. Die richtige Einstellung des Segels auf den herrschenden Wind nennt man „Trimmen“.

Stabilität

Ein Kiel oder Schwert dient dazu, um den seitlich wirkenden Druck auf das Segel einen Widerstand unter Wasser entgegenzusetzen. Die Stabilität eines Schiffes ist nun die Fähigkeit, eine Schräglage (Krängung) auszugleichen und wieder in eine aufrechte Lage zurückzukehren. Stabilität wird auch durch die entsprechende Form des Rumpfes sowie durch Gewichtsstabilität (Gewichtskiel) erreicht.

Segelsport

Bei der olympischen Sportart Segeln werten zwei Arten unterschieden. Fahrtensegeln und Regattasegeln - im Prinzip mit einer Radtour und einem Radrennen vergleichbar.

Beim Fahrtensegeln meint man meist mehrtätige Segeltörns, die mehr oder weniger sportlich sein können, aber mehr der Erholung und dem Spaß als dem Wettkampf dienen. Faszinierend sind das Erlebnis in der Natur und die Herausforderung, sich mit ihren Kräften zu arrangieren. Dabei spüren viele Segler meist schon nach sehr kurzer Zeit eine starke Erholung vom Alltag. Besonders die Mittelmeer-Küsten Kroatiens, Montenegros und der Türkei sind bei deutschen Seglern sehr beliebt.

Das wettkampfmäßige Regattasegeln, bei dem eine abgestimmte Strecke gleichzeitig befahren wird, erfolgt häufig nach den Regeln der ISAF und wird meistens im „Olympischen Dreieck“ gefahren. Es gibt recht strenge Beschränkungen im Bezug auf den Bau und der Ausrüstung der Boote (Klassenbestimmungen), so dass das seglerische Können und nicht das „Material“ im Vordergrund steht. Bekannte Segelsportveranstaltungen sind die Kieler Woche mit Regatten in olympischen und nicht-olympischen Bootsklassen und die Travemünder Woche mit Wettfahrten in 34 Klassen.
Berühmte Hochseeregatten sind zum Beispiel die Einhandregatta Vendée Globe rund um den Globus, und das Volvo Ocean Race, eine alle vier Jahre abgehaltene Weltumsegelung.

Kieler Woche 2012Volvo Ocean Race


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